Wertverlust Immobilien

17. Januar 2013 - Tags: Wertverlust Immobilien

Wer in unmittelbarer Nähe zu einem Windpark wohnt, hat mit Lärmbelästigung, Schattenschlag, gesundheitsschädlichem Infraschall und der Zerstörung der Landschaft vor der Haustür zu kämpfen. Als würde dies nicht schon ausreichen, kommt für Eigenheimbesitzer noch der nicht zu unterschätzende Wertverlust ihrer Immobilie dazu.

Wer will schon ein Windrad vor seiner Haustür? Häuser in "Bestlage" mit unverbaubarem Blick direkt auf den Windpark erleiden einen Wertverlust von 20 bis 40 Prozent!

Versuchen Sie einmal Ihr Haus am Rande eines Windparks zu verkaufen. Sie werden von Immobilienmaklern und potentiellen Käufern mitleidig belächelt werden. Ohne einen drastischen Abschlag auf den ortsüblichen Marktwert werden Sie Ihr Eigenheim nicht verkaufen können.

Wer beruflich bedingt umziehen muss, oder seinen Lebensabend lieber in der Stadt verbringen würde, ist gefangen. Ganz zu schweigen von Eigentümern die Ihr Haus mit Bankkrediten finanziert haben. Wer weiß, welche Bewertung bei der nächsten Kreditverlängerung herangezogen wird. Höhere Darlehnszinsen oder die Kreditkündigung können die Folgen sein.

Diese Tatsache der Wertminderung von Immobilien in der Nachbarschaft von Windparks wird von der Bundesregierung und der Bayerischen Regierung zum Schaden der Anwohner heruntergespielt und abgewiegelt. Selbst der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lässt sich vor den politischen Karren spannen und verneint eine Entschädigung der Betroffenen.

In Deutschland wird man als egoistischer Kapitalist gebrandmarkt, wenn man sich für den Werterhalt seines eigenen Vermögens einsetzt. In anderen Länder ist man hier bereits einen bedeutenden Schritt weiter, hat den Wertverlust staatlich anerkannt und die Entschädigung der Betroffenen gesetzlich geregelt. So gibt es zum Beispiel in Dänemark bereits seit 2009 ein Gesetz welches betroffene Immobilienbesitzer entschädigt.

Auch in England hat die Regierung die Tatsache offiziell anerkannt, dass Immobilien nahe an Windparks drastisch an Wert verlieren. In der Grafschaft Devon haben Immobilienbesitzer im Sommer 2012 eine Reduzierung der Gemeindesteuer durchgesetzt.

Ein weiteres Beispiel aus Ontario, Kanada, belegt, dass Immobilien die in Sichtweite zu einem Windpark liegen, zwischen 20 und 40 Prozent ihres Wertes einbüßen. Canadian Hydro Developers, der Erbauer eines Windparks am Eriesee, hat die Immobilien von Anwohnern die mit einer Klage gedroht haben, den Eigentümern abgekauft und für 20 bis 40 Prozent weniger an neue Eigentümer weiter veräußert. Damit hat Canadian Hydro Developers den Wertverlust der Immobilien übernommen.

Deshalb fordert die Bürgerinitiative Rückenwind fürs Erlauholz e. V. die Bundesregierung auf, auch in Deutschland eine rechtliche Grundlage für die Entschädigung von Anwohnern an Windparks zu schaffen.

Lesen Sie dazu folgende Artikel:
22.11.12 - The Copenhagen Post: Wind turbine compensation stirring discontent
22.07.12 - The Sunday Times: Council tax cut for homes near wind farms
02.10.11 - cbcnews: Ontario wind power bringing down property values